Update Mai 2020:
Aussetzung von Wildkameras und Besenderung von Basstölpeln

Trotz der aktuellen Situation war es uns möglich, im Mai Basstölpel mit GPS-Sendern auszustatten und einige Wildkameras in der Basstölpel-Kolonie auszubringen. Die Besenderung erfollte in Kooperation mit den Kollegen*innen des FTZ sowie der Vogelwarte Helgoland - vielen herzlichen Dank!

Im Jahr 2019 „errannte“ die James-Krüss-Schule Helgoland während ihres Spendenlaufes 4000 Euro für mein Basstölpel-Projekt. Dieses Geld wurde in die nun auf die Tiere gepackten GPS-Sender investiert. Zusätzlich zu den Sendern, wurden die entsprechenden Nester mit Wildkameras ausgestattet. Auf Grund der aktuellen Situation konnten wir wegen Lieferschwierigkeiten leider nicht so viele Kameras wie geplant ausbringen – aber immerhin drei vollständig ausgerüstete Wildkameras beobachten nun drei Nester der Basstölpel.

 

Ziel ist es, anhand der Sender- und Wildkameradaten einzugrenzen, wo die Basstölpel zur Nistmaterialssuche hinfliegen (siehe Kapitel IV). Bis jetzt gibt es keinerlei Erkenntnisse, ob die Basstölpel zufällig Nistmaterial sammeln, oder ob gezielt bestimmte Bereiche um die Insel Helgoland oder in der Deutschen Bucht angeflogen werde. Die Sender-Daten in Kombination mit den Bildern der Wildkameras geben hoffentlich Aufschluss darüber, wo die Tiere hinfliegen und ob u. a. Plastik gezielt an bestimmten Orten aufgesammelt wird. 

Neben der Besenderungsaktion wurde die Feldarbeit intensiviert und u. a. die Phänologie des Eintrages von Nistmaterial an 90 Testnestern fortgeführt. Auch hier erhoffe ich mir spannende Ergebnisse, in welcher Nestbauphase primär welches Material genutzt wird. Anhand der Datenerfassung im letzten Jahr muss man davon ausgehen, dass im Mai das meiste Plastik in die Nester eingetragen wird

Update April 2020:
Laboranalyse

Die Vorbereitungen des künstlichen Nistmaterials sind fast vollständig abgeschlossen und ein komplettes Basstölpelnest wurde in seine "Einzelfasern" zerlegt. Die Fasern stammen aus ca. 1,5 kg Plastik, welches sich in dem Nest bei Entnahme befand. Das untersuchte Nest stammt von dem Pilotprojekt 2015, wo in einer Kooperation aus GEO, Greenpeace, Verein Jordsand und Vogelwarte Helgoland sieben Nester aus den Helgoländer Klippen entnommen wurden.

Nun werden im AWI mit dem ATR-Spektrometer die Messungen an den vorbereiteten Proben durchgeführt. Diese starteten im April und sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. Die Methode funktioniert sehr gut, und fast bei jeder Faser kann die Plastikart mit sehr hoher Genauigkeit bestimmt werden.

Dies ist sehr erfreulich, bietet es doch eine Grundlage, um mögliche Hersteller in Zukunft im zweiten Schritt identifizieren zu können!

 

Die Laboranalysen werden sich mindestens bis Juni ziehen - trotzdem bin ich sehr froh, dass ich die Labore trotz der aktuellen Situation nutzen kann.

Update April 2020:
Verstrickungserfassung

Wie in jedem Jahr, füllte sich auch dieses Jahr im April so langsam der Lummenfelsen. Je mehr Brutplätze besetzt wurden, umso reger wurde das Treiben in der Kolonie. Die ersten Basstölpel begannen im März mit dem Nestbau – im April wurde dieser dann intensiviert und die letzten Brutpaare besetzten ihre Nester. Auch Trottellummen fingen mit dem Brutgeschäft an und das Treiben am Lummenfelsen wurde während des Monats immer intensiver. Zum Ende des Monats begannen auch die Dreizehenmöwen mit dem Nestbau - auch hier leider nicht nur mit natürlichem Material.

 

Um letztendlich die Auswirkungen der Plastikmüllverschmutzung auf die Population bestimmen zu können, möchte ich insgesamt zwei Jahre Daten Verstrickungsdaten erheben (November 2018 bis November 2020). Wir befinden uns nun also im zweiten Jahr der Feldarbeit und es ist deutlich zu erkennen, dass die Verstrickungsopfer im April im Gegensatz zum März deutlich zunahmen. Dies bestätigt den Trend der Datenerhebung des letzten Jahres, wo sich auch mit zunehmender Aktivität am Lummenfelsen die Verstrickung erhöhte. Primär sind hierbei Trottellummen betroffen, aber auch einige adulte Basstölpel verstrickten sich schon im Plastikmüll.

 

Der Fokus im April lag also auf einer sehr intensiven Feldarbeit von ca. fünf Tagen die Woche. Neben den Verstrickungsopfern wurden ebenfalls 90 Probenester im Felsen beobachtet, um zu schauen, wie sich der Eintrag von Nistmaterial (künstlich vs. natürlich) im Laufe der Nestbauphase verändert. Deutlich zu erkennen war hier im Laufe des Monats eine Zunahme des Eintrags von Plastik in die Basstölpel-Nester.

 

Im Mai starben im Jahr 2019 die meisten Lummen. Auch wurde im Mai das meiste Plastik von den Basstölpeln in die Nester eingetragen – hier wird sich zeigen, wie die Erfassungen im Mai 2020 aussehen und ob die Datenerhebung des letzten Jahres durch die diesjährige Erfassung untermauert wird.


Update März 2020:
Besiedlung des Felsens

Im März kommen, wie in jedem Jahr, unsere Brutvögel an den Felsen zurück. Inzwischen sind eigentlich alle Arten wieder in rauen Mengen an ihre Brutplätze zurück gekehrt.

Das bunte Treiben in Deutschlands einziger Hochseevogelkolonie erwacht also so langsam aus dem Winterschlaf. Aktuell suchen sich alle Vögel wieder ihre Brutplätze, fangen mit dem Nestbau an oder besetzen ihre Nischen und verteidigen sie gegen die Nachbarn. Diese Zeit im Jahr ist immer eine ganz besondere, da man auch schon einen ersten Eindruck bekommt, welche Arten zunehmen oder leider gegebenenfalls abnehmen. Außerdem ist die Nestbauphase, v. a. bei den Basstölpeln, natürlich auch eine sehr sensible Zeit, da sie nun auch wieder vermehrt Plastik eintragen.

Die Phänologie des Eintrages habe ich schon im letzten Jahr versucht in Teilen nachzuvollziehen. In diesem Jahr wird die Feldarbeit wesentlich detailreicher durchgeführt: So werden um die 80 Nester beobachtet, mind. drei mal in der Woche anfliegende Individuen dokumentiert und Wildkameras ausgebracht. Auf Grund der Corona-Situation muss die Besenderung der Tiere vermutlich leider ausfallen.


Update Januar & Februar 2020:
Laborarbeit

Neben der Feldarbeit konnte ich mich in diesem Winter vermehrt mit der Laborarbeit und der Literaturrecherche beschäftigen. So konnte inzwischen ein Großteil an Hintergrundwissen zusammengetragen werden. Auf Grund der Tatsache, dass es in vielen Bereichen jedoch noch sehr wenige Erkentnisse und Ergebnisse aus anderen Studien gibt, ist hier sehr viel Pionierarbeit gefragt - ich hoffe hier in diesem Jahr mit ersten Veröffentlichungen  ein paar Ergebnisse publizieren zu können!

Die Vorbereitung der Fasern ist inzwischen weitestgehend abgeschlossen. Somit sollen im April die Fasern nun im Labor des Alfred-Wegener-Institutes auf ihre Zusammensetzung untersucht werden. So es die Corona-Situation zulässt wird sich dieser Plan auch nicht verschieben!


Update Januar & Februar 2020:
Winterverstrickung

Auch in diesem Winter besuchten wieder sehr viele Trottellummen an den Felsen. Die Beobachtung der letzten Jahre, dass Trottellummen den Felsen auch zu dieser Jahreszeit vermehrt aufsuchen, setzte sich auch in diesem Winter fort. Teilweise konnten so über 4000 Individuen in den Helgolander Klippen beobachtet werden.

Ca. 30% Trottellummen, welche sich im ersten Jahr (Winter 2018/19 bis Oktober 2019) im Felsen erhängten, starben im Winter. Das gleiche Bild zeichnet sich auch diesen Winter ab. Wieder starb eine Vielzahl in Individuen. Ein Grund dafür ist die Abwesenheit der Basstölpel. So kommen die Trottellummen deutlich häufiger mit dem Plastik in Kontakt, da sie in den Basstölpelnestern sitzen. Ende März wird die "Wintererfassung" offiziell beendet und anschließend die Zahlen ausgewertet.

Auf Grund der vielen Stürme im Februar "verschwanden" sehr viele erhängte Trottellummen und Basstölpel der letzten Saison. Ebenso wurde vor allem auf den Plateaus viel Plastik aus den Nestern "ausgetragen". Wir sind gespannt wie sich das auf den Eintrag im Frühling 2020 auswirkt.

Trotz der widrigen Bedingen wurde auch in diesem Winter mindestens drei mal pro Woche nach verstrickten Individuen geschaut. Zusätzlich wurde in Kooperation mit der Vogelwarte Helgoland täglich die Anwesenheit der Trottellummen überprüft.

Die Erfassung der Verstrickung wird im Oktober diesen Jahres nach zwei Jahren Feldarbeit abgeschlossen und dann im Rahmen einer Veröffentlichung ausgewertet. Wir sind gespannt!


Update Dezember 2019: Ausblick 2020

Was passiert nun im zweiten Jahr des Projektes?

Wissenschaft:

  • Im Mai werden ausgewählte Basstölpel besendert und Nester mit Wildkameras ausgestattet. So möchte ich Erkenntnisse erlangen, wo die Tiere zur Nistmaterialssuche hinfliegen. Zusätzlich wird die Nestbeobachtung erweitertert, um die Phänologie des Eintrages von künstlichem Nistmaterial besser nachvollziehen und verstehen zu können.
  • Die Verstrickungdaten werden weiterhin das ganze Jahr, mehrmals die Woche, erfasst.
  • Die Plastikanalyse zur Identifikation der Plastikarten im künstlichen Nistmaterial wird fertig gestellt. Anschließend wird neues Material gleichermaßen analysiert um Übereinstimmungen zu prüfen. Ziel ist es, Hersteller zu identifizieren.
  • Das Scoring-System zur Analyse der Verschmutzung bestehender Seevogelkolonien wird fertig gestellt.


Veröffentlichungen:
Ein bis zwei wissenschaftliche Veröffentlichungen sind geplant. Scoring-System, Verstrickung und Plastikanalyse sind die drei Oberthemen die genug Daten geliefert haben.

Öffentlichkeitsarbeit:

  • Eine englische Version und eine Bildergalerie der Webseite sind in Arbeit und sollen fertig gestellt werden.
  • Weiterhin soll und wird das Projekt aktiv von der Presse und dem Fernsehen begleitet.
  • Ein inselinterner Umweltwettbewerb in Kooperation mit der Gemeinde Helgoland soll im Januar starten (Infos folgen in Kürze)
  • Das Schülerlabor OPENSEA (AWI) ist eine Kooperation mit dem Projekt Basstölpel & Meeresmüll eingegangen. Ab dem Jahr 2020 wird dieses Modul dann erstmalig buchbar sein und geht in die Testphase.
  • Projektunterrichte an Schulen, auch außerhalb Helgolands, werden etabliert und ausgeweitet. Ebenso die Teilnahme an Tagungen, Veranstaltungen und auf Ausstellungen.


Update Dezember 2019: Winterruhe & Tätigkeiten

Im Winter sind die Basstölpel nicht im Felsen. Dafür kommen in unregelmäßigen Abständen die Trottellummen an ihre Brutplätze zurück. Schon im letzten Winter zählte der Verein Jordsand in Kooperation mit der Vogelwarte Helgoland täglich die Anwesenheit der Trottellummen. Ziel dieser Zählungen ist es, zu erfassen, welche Wind- und Wetterbedigungen dazu führen, dass die Tiere auch im Winter regelmäßig in hohen Zahlen im Felsen sitzen - oder ob das ganze dem Zufall überlassen ist. Durch Abwesenheit der Basstölpel fliegen die Trottellummen natürlich auch in die Basstölpelnester - ein weiterer Grund achtsam zu sein, um mögliche Verstrickungsopfer zu identifizieren. Stand jetzt sind auch schon wieder eine handvoll Trottellummen im Winter gestorben.
Neben der Feldarbeit wird über den Winter das Plastikmaterial aufgearbeitet und fertig vorbereitet, um dann im Februar im Labor analysiert werden zu können.
Ein dritter Punkt - welcher zu ein paar weniger News in der nächsten Zeit führen wird - ist die Analyse der Nestfotos für das Scoring-System sowie der Entwurf erster möglicher Veröffentlichungen. 

Update November 2019: Dankeschön an alle Partner & UnterstützerInnen !

Jahr eins ist nun fast rum: Neben den ganzen inhaltlichen Updates möchte ich auch noch einmal allen Danken, die sich für das Projekt einsetzen und mich unterstützt haben:
Zu nennen sind zum Einen die beteiligten Institutionen Verein Jordsand, FTZ der Uni Kiel, Vogelwarte Helgoland, AWI und die Gemeinde Helgoland. Zum anderen die vielen UnterstützerInnen, die über betterplace mit Spenden das Projekt maßgeblich gefördert haben. Zusätzlich danke ich der James-Krüss-Schule Helgoland, die bei ihrem Spendenlauf einen großen Betrag für das Projekt erlaufen hat.
Vielen, herzlichen Dank für die Kooperationen mit den beteiligten Institutionen und an alle UnterstützerInnen – ohne Sie/Euch wäre die Arbeit in Jahr eins nicht so erfolgreich verlaufen, wie das der Fall war!
Zuletzt möchte ich allen ehrenamtlichen HelferInnen danken, die mich in Jahr eins unterstützt haben. Auch an die Presse und diverse Drehteams geht mein Dank – es sind einige sehr schöne Beiträge zum Thema verfasst bzw. gedreht worden – so konnte das Projekt deutschlandweit und bis ins Ausland hin gestreut und verbreitet werden: Ein weiterer Mehrwert, welcher die Wichtigkeit des Projektes noch einmal unterstreicht – Danke!
Ich freue mich auf die Winterzeit und ein ereignisreiches und spannendes zweites Jahr! 

Update November 2019: Rückblick Jahr Eins "Basstölpel & Meeresmüll"

Nun ist das erste Jahr des Projektes fast rum und die Verstrickungserfassung des zweiten Winters hat begonnen. Die zwei Hauptfragestellungen in Jahr eins waren es zum einen zu schauen, wie viele Tiere sich im Plastik verstricken und zum anderen festzustellen, ob die Plastikarten in den künstlichen Fasern bestimmbar sind. 
Die Verstrickungsdaten lieferten dabei viele neue und spannende Erkenntnisse: So konnten die Peaks der Verstrickung von Trottellumme und Basstölpel bestimmt, Verweildauer von Kadavern im Felsen erfasst, Gründe für die Verweildauer (Nahrung für andere Tierarten) bestimmt, sowie erstmalig die Bedeutung des Winters als potentielle Gefahrenquelle für die Verstrickung von Trottellummen bestimmt werden.
Das Aufdröseln der Fasern gestaltete sich in Summe schwieriger als erwartet. So kann man immer nur ein paar Stunden Fasern sortieren, da es doch auf Grund der feinen Partikel auf die Atemwege geht. Erste Testmessungen zeigten jedoch, dass die Kunststoffarten mit über 90% Wahrscheinlichkeit bestimmbar sind. Im Januar sollte das Nest fertig vorsortiert sein und kann dann hoffentlich im Februar im Labor untersucht werden.

Update Oktober 2019: Stand am Lummenfelsen & "Green seven Week" auf Pro7

Die letzten jungen Basstölpel sind noch nicht flügge und sitzen in den Klippen. Zusätzlich sind in den letzten Tagen die ersten Trottellummen des "Winters" wieder gekommen und saßen für ein paar Stunden im Felsen.
Über die Brutperiode verstrickten sich nun insgesamt über 100 Trottellummen und um die 50 Basstölpel im künstlichen Nistmaterial. Die erste Trottellumme der Wintersaison verstrickte sich am 15. Oktober 2019.
Öffentlichkeitsarbeit:
Im Rahmen der "Green Seven Week 2019" wird es auch einen Beitrag zum Basstölpel-Projekt von mir geben. Weitere Informationen findet Ihr hier.

Update August 2019: Laborarbeit

Über den Sommer ging es primär darum, die Fasern für die Laboranalyse vorzubereiten. Dafür wurde ein Nest ausgewählt, welches ich komplett auf seine Zusammensetzung von künstlichem Nistmaterial hin untersuche. Die Fasern mussten dafür vermessen und zugeschnitten werden, um sie unter dem ATR-Spektrometer zu untersuchen. Inzwischen sind ca. 500 Fasern vorbereitet und Ende Oktober geht es daran, alle Fasern eines Nestes auf ihre Zusammensetzung hin im Labor zu untersuchen. Erste Testmessungen haben jedoch bereits ein sehr positives Ergebnis gezeigt: Man kann mit über 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit die Kunststoffarten des als Nistmaterials genutzten Plastikmülles in den Basstölpel-Nestern bestimmen. Dies wiederum lässt hoffen, im nächsten Jahr gegebenenfalls Verursacher der Plastikmüllverschmutzung zu identifizieren.

Update August 2019: Erste Ergebnisse zur Verstrickung

Im August wertete ich die ersten Verstrickungsdaten aus. Eine Erkenntnis ist, dass deutlich mehr Tiere durch Plastik verenden als bisher angenommen wurde. Dies betrifft vor allem die Trottellummen. Von Mai bis Juni verendeten über 100 Individuen durch Verstrickung. „Hotspots“ der Verstrickung waren dabei die Bereiche, wo sich Basstölpel und Trottellumme während des Brutgeschäftes sehr nahekamen. Aber schon im April waren über 50 Tiere durch Plastik verendet. Bei den Basstölpeln verendeten die ersten Tiere im Jahr 2019 im April. Dies lag insbesondere daran, dass die Tiere im März den Felsen besetzten und logischerweise auch erst dann mit dem Nestbau begannen. Die meisten Basstölpel sterben zum aktuellen Zeitpunkt, da erst jetzt ersichtlich wird, wie viele Jungtiere sich tatsächlich schon als Küken im Plastik verheddert haben. Hier sind wir inzwischen bei über 40 verendeten Individuen angelangt. Über 50 % der Individuen verstricken sich dabei in orangefarbigen Fasern. Eine weitere, neue und sehr wichtige Beobachtung ist, dass ein Teil der durch Plastik verendeten Tiere schon nach mehreren Wochen nicht mehr im Felsen zu sehen sind. Gründe dafür sind Wind und Wetter, aber auch Möwen und Krähen, die versuchen, die verendeten Tiere zu fressen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass deutlich mehr Tiere durch Plastik verenden als angenommen und die meisten Tiere sich aktuell in orangefarbigen Fasern verheddern. Zusätzlich ist es wichtig, sehr regelmäßig Daten zu erheben, da ein Teil der verendeten Tiere schon nach relativ kurzer Zeit nicht mehr im Felsen hängt.

 Update August 2019: Öffentlichkeitsarbeit

Im August gab es neben der Feldarbeit auch viel Öffentlichkeitsarbeit zu erledigen. Insgesamt kamen eine Vielzahl an TV-Teams aber auch Filmproduzenten und Radiomoderatoren nach Helgoland und sprachen mit mir über das Projekt und den aktuellen Fortschritt. Einige Beiträge kann man sich online anhören/anschauen, der Großteil wird jedoch erst im Laufe des Jahres oder zu Beginn des nächsten Jahres ausgestrahlt. Eine Übersicht der Öffentlichkeitsarbeit in diesem Jahr finden Sie in der entsprechenden Rubrik hier auf der Website.

Foto: Janine Brauneis

 Update Juli 2019: Erste Druckmaterialien erstellt

Durch die Drittmittelförderung der Deutschen Postcode Lotterie war es uns möglich, eine Grafikerin zu beauftragen, um für das Projekt ein Logo sowie Flyer, Broschüren und Plakate zu entwerfen und zu drucken. Zusätzlich gibt es noch einen Projekt-Jutebeutel. Alle Artikel erhalten Sie direkt auf Helgoland beim Verein Jordsand e. V. in der Hummerbude 35 am Binnenhafen.
Ich danke der Deutschen Postcode-Lotterie recht herzlich für die Unterstützung, ebenso wie unserer Grafikerin für die herausragende Erstellung der Druckmaterialien. Verbreitet den Link und helft uns, das Projekt noch ein wenig öffentlicher zu machen – vielen Dank!
Hier kann man sich einen Ausschnitt des Flyers online anschauen.

Update Juni 2019: Spendenlauf der James-Krüss-Schule: Danke Schön !!

Ende Juni gab es bei einem sehr leckeren und mit viel Liebe durch die Schüler zubereiteten Frühstück in der James-Krüss-Schule die feierliche Scheckübergabe der erlaufenen Spenden. Dabei kam die unglaubliche Summe von 4.000 Euro zusammen, die die Schüler dem Verein Jordsand und im Detail dem Basstölpel-Projekt zukommen lassen. Ich bin sehr dankbar und hoffe, Ihr macht auch in den kommenden Jahren noch viele wunderbare und nachhaltige Projekte in der Schule! Das Geld werde ich in GPS-Sender investieren, um den Plastikeintrag zu untersuchen (siehe Kapitel VI). Zusammen mit den Schülern werden anschließend Teile der Auswertung durchgeführt, um ihnen einen Einblick in die Wissenschaft zu geben und den sensiblen Umgang mit einem so wichtigen Thema wie Umweltverschmutzung und Naturschutz zu vermitteln.
Ich freue mich sehr und wünsche allen Schülern noch viele weitere nachhaltige Ideen und hoffe, mit Euch noch viel Spaß mit dem Basstölpel-Projekt zu haben. Danke!

Update Juni 2019: Lummensprung

Jedes Jahr im Juni kann man in der Helgoländer Seevogelkolonie ein einmaliges Schauspiel bewundern: den Lummensprung. Die noch flugunfähigen jungen Lummen springen in der Dämmerung bis in Nacht hinein aus dem Felsen ins Wasser. Danach werden sie, bis sie ausgewachsen sind, von den Alttieren auf dem Wasser versorgt. Wie jedes Jahr ging die Vogelwarte Helgoland zusammen mit dem Verein Jordsand und vielen ehrenamtlichen Helfern des Vereins auch dieses Jahr wieder unter die Westklippe und den Lummenfelsen um den Tieren, die es nicht ins Wasser schaffen, dabei zu helfen, zu ihren Eltern zu gelangen. Dabei fingen wir dieses Jahr bisher (30. Juni) eine Rekordanzahl von über 500 Jungtieren (Rekord bisher 405). Ein hervorragendes Jahr für die Trottellumme und ein sehr positives Erlebnis, wenn man sich die Auswirkungen der Plastikverschmutzung anschaut! Leider verstrickten sich auch ein paar junge Lummen, es war jedoch eine überschaubare Anzahl. Ein sehr stressiger und schöner Monat ist somit zu Ende gegangen. Nun sind die Lummen erst einmal eine Zeit lang „sicher“ vor Verstrickung im Felsen.

Update Juni 2019: Zwischenbilanz Verstrickung 1. Halbjahr

Jede positive Entwicklung, wie der sehr erfolgreiche Lummensprung im Jahr 2019, hat wohl auch eine Schattenseite: Noch sind die Zahlen nicht final ausgewertet, aber die Opfer durch die Plastikverschmutzung im Felsen und hier vor allem die Trottellummen, sind wohl deutlich höher als bisher angenommen. Ich konnte das Doppelte bis Dreifache an Verstrickungsopfern im ersten Halbjahr erfassen als man bisher angenommen hat. Die Basstölpel sind dabei erwartungsgemäß deutlich weniger betroffen als die Trottellummen. Die sensible Zeit für die Basstölpel beginnt jedoch erst jetzt, wenn man sieht, wie viele Jungtiere sich im Nest verheddert haben und nie losfliegen werden. Um mich zu unterstützen, bitte ich weiterhin herzlichst um die Zusendung von Bildern verstrickter Individuen im Felsen, da ich bestimmt auch mal ein Individuum übersehe!

Update Juni 2019: Test einer Wildkamera II

Wie im letzten Update beschrieben installierte ich eine Wildkamera in der Kolonie (siehe Bild). Nach ca. drei Wochen holten wir die Kamera wieder aus dem Felsen. Die Basstölpel reagierten in keiner Weise auf die Kamera und somit kann der Test als bestanden gelten! Nächstes Jahr werde ich dank der vielen helfenden Spender  (Betterplace-Spendenaktion) mindestens drei Wildkameras an ausgewählten Nestern installieren und die Tiere der Nester in Kooperation mit dem FTZ gleichzeitig besendern, um Rückschlüsse auf das Sammelverhalten von künstlichem Nistmaterial (siehe Kapitel IV) ziehen zu können. Ich bin gespannt und im Juli geht es an die Auswertung des Bildmaterials!

Update Mai 2019: Test einer Wildkamera I

Um letztendlich zu bestimmen, in welcher Phase des Nestbaus die Basstölpel Plastik in ihre Nester einbringen und ob sie dieses künstliche Material als Ersatz für primäres Nistmaterial (Großalgen) oder sekundäres Nistmaterial (u. a. Gras) nutzen, möchte ich 2020 gezielt ausgewählte Nester mit Wildkameras beobachten und die dazugehörigen Alttiere mit GPS-Sendern ausstatten (Kapitel IV). Letzte Woche besenderten das FTZ zusammen mit der Vogelwarte und mir Basstölpel (weiterführende Infos Besenderung). Im gleichen Zuge installierten wir eine Wildkamera. Die Tiere stören sich an dem "Kasten" nicht, welcher auf der Nordplattform Richtung Lange Anna in der Kolonie zu finden ist. Gute Bedingungen für die Arbeiten im nächsten Jahr!

Update Mai 2019: Datenerfassung Scoring-System

Für die Entwicklung des Scoring-Systems ist nun die beste Zeit, entsprechende Fotos zu machen/bekommen. In vielen Seevogelkolonien an Nord- und Ostseeküste werden aktuell die Kolonien kartiert. Auch auf Helgoland haben die Vogelwarte und ich letzte Woche die Heringsmöwen-Kolonien auf der Düne gezählt. Glücklicherweise konnte bis jetzt noch kein Plastik in den Nestern entdeckt werden! Neben Bildern „unserer“ Seevogelnester werde ich in den nächsten Wochen auch Nestfotos diverser Seeschwalben- und Möwenarten sowie von Kormoranen erhalten. Ich bin gespannt!


Update Mai 2019: Spendenlauf der James-Krüss-Schule Helgoland

Im Rahmen des Schulfestes der James-Krüss-Schule Helgoland unter dem Motto „Alle in einem Boot“ gab es in diesem Jahr einen Sponsorenlauf. Jeder war eingeladen, am Lauf teilzunehmen. Man konnte sich pro Runde (401 m) „sponsern“ lassen. Die Einnahmen des Sponsorenlaufs gehen zum Teil an den Verein Jordsand e. V. und hier im Detail an das Forschungsprojekt zur Müllproblematik am Lummenfelsen. Auch auf diesem Wege vielen herzlichen Dank an die Initiative der Schüler, sich gegen die steigende Plastikverschmutzung einzusetzen!

Update Mai 2019: Brutgeschäft am Lummenfelsen

Inzwischen sind alle Arten fast vollständig angekommen und mitten im Brutgeschäft. Eier bei Trottellummen sind keine Seltenheit mehr und auch die Basstölpel sind schon kräftig am Brüten. Ein Besuch des Lummenfelsens ist aktuell ein faszinierendes und besonderes Erlebnis. Aktuelle Informationen zum Lummenfelsen erhalten Sie täglich außer montags immer von 13 bis 15 Uhr an der Lummeninfo des Verein Jordsand. Vertiefte Informationen kann man seit Mai auch wieder bei einer Lummenführung erhalten. Diese wird vom Verein Jordsand täglich außer montags um 17 Uhr angeboten.

Update Mai 2019: Webseite und Feldarbeit

Die Website geht online! Die Feldarbeit läuft nach Zeitplan. Neben der Erfassung verstrickter Tiere ist aktuell ein wichtiger Teil, den Eintrag von künstlichem Nistmaterial in ausgewählten Nestern zu beobachten und zu dokumentieren. Das dient als Basis zur Besenderung von gezielt ausgewählten Basstölpeln in der primären Nestbauphase im Jahr 2020, um so Daten zu den Orten zu erhalten, an welchen künstliches Nistmaterial gesammelt wird. Zusätzlich schreitet die chemische Analyse des künstlichen Materials immer schneller voran und die ersten vorbereiteten Fasern wurden testweise im Labor untersucht.

Update April 2019: Spendenaktion auf Betterplace!

Im zweiten Halbjahr 2019 begann ich mit der Spendenaktion für das Basstölpel-Projekt auf betterplace.org. Jeder, der sich für das Thema oder die Problematik interessiert, konnte sich dort beteiligen. Das gesammelte Geld wird nun für die chemische Analyse und die Feldarbeit am Felsen genutzt und die Aktion läuft in den nächsten Jahren weiter. Insgesamt sind dort schon über 7.000 Euro zusammengekommen. Ich danke Ihnen auch auf diesem Wege ganz herzlich für die Unterstützung!

Update Februar 2019: Winterverstrickung 2018/19

Offiziell startete das Projekt im Januar 2019. Schon im Winter 2018/19 testete ich die Feldarbeit am Felsen, wobei ich in regelmäßigen Abständen nach verstrickten Tieren in ausgewählten Bereichen schaute. Das System und die Testflächen sind inzwischen ausgearbeitet und die Verstrickung wird nun kontinuierlich über mindestens zwei Jahre erfasst.

Update Februar 2019: Anwesenheit von Trottellummen im Winter 2018/19

Im Winter 2018/19 erfasste ich gemeinsam mit der Vogelwarte Helgoland täglich die Anwesenheit von Trottellummen über die Wintermonate. Durch diese Erfassungen möchten wir testen, welche Wind- bzw. Wetterbedingungen dazu führen, dass sehr viele Trottellummen auch im Winter anwesend sind. Die Daten warten nun auf die Auswertung, wir konnten aber teilweise sehr hohe Ansammlungen von Lummen im Winter erfassen.

Update Januar 2019: Projektstart

Die Forschungsarbeit zum Thema „Seevögel und Plastikmüll“ in Kooperation mit dem AWI, dem FTZ, der Vogelwarte Helgoland, dem Verein Jordsand und der Gemeinde Helgoland startet am 1. Januar 2019. Die Laufzeit des Projekts beträgt vier Jahre bis zum 31. Dezember 2022.