Update August 2019: Laborarbeit

Über den Sommer ging es primär darum, die Fasern für die Laboranalyse vorzubereiten. Dafür wurde ein Nest ausgewählt, welches ich komplett auf seine Zusammensetzung von künstlichem Nistmaterial hin untersuche. Die Fasern mussten dafür vermessen und zugeschnitten werden, um sie unter dem ATR-Spektrometer zu untersuchen. Inzwischen sind ca. 500 Fasern vorbereitet und Ende Oktober geht es dann daran, alle Fasern eines Nestes auf ihre Zusammensetzung hin im Labor zu untersuchen. Erste Testmessungen haben jedoch schon ein sehr positives Ergebnis gezeigt: Man kann mit über 90%er Wahrscheinlich die Kunststoffarten des als Nistmaterials genutzten Plastikmülles in den Basstölpelnestern bestimmen. Dies wiederum lässt hoffen, im nächsten Jahr ggf. Verursacher der Plastikmüllverschmutzung zu identifizieren.

Update August 2019: Erste Verstrickungs-Ergebnisse

Im August wertete ich die ersten Verstrickungsdaten aus. Eine erste Erkenntnis ist, dass deutlich mehr Tiere durch Plastik verenden, als bisher angenommen wurde. Dies betrifft v. a. die Trottellummen. Von Mai bis Juni verendeten schon über 100 Individuen durch Verstrickung. "Hotspots" der Verstrickung waren dabei die Bereiche, wo sich Basstölpel und Trottellumme während des Brutgeschäftes sehr nah kamen. Aber schon im April waren über 50 Tiere durch Plastik verendet. Bei den Basstölpeln verendeten die ersten Tiere im Jahr 2019 erst im April. Dies lag v. a. daran, dass die Tiere im März den Felsen besetzten und logischerweise auch erst dann mit dem Nestbau begannen. Die meisten Basstölpel sterben zum aktuellen Zeitpunkt, da erst jetzt ersichtlich wird, wie viele Jungtiere sich tatsächlich schon als Küken im Plastik verheddert haben. Auch hier sind wir aber inzwischen bei über 40 verendeten Individuen. Über 50 % der Individuen verstricken sich dabei in orangenen Fasern. Eine weitere, neue und sehr wichtige Beobachtung ist, dass ein Teil der durch Plastik verendeten Tiere schon nach mehreren Wochen nicht mehr im Felsen zu beobachten sind. Gründe dafür sind Wind und Wetter, aber auch, dass Möwen und Krähen versuchen, die verendeten Tiere zu fressen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass deutlich mehr Tiere durch Plastik verenden als angenommen und die meisten Tiere sich aktuell in orangenen Fasern verheddern. Zusätzlich ist es wichtig, sehr regelmäßig Daten zu erheben, da ein Teil der verendeten Tiere schon nach relativ kurzer Zeit nicht mehr im Felsen hängt.

 Update August 2019: Öffentlichkeitsarbeit

Im August gab es neben der Feldarbeit auch viel Öffentlichkeitsarbeit zu erledigen. Insgesamt kamen eine Vielzahl an TV-Teams aber auch Filmproduzenten und Radiomoderatoren nach Helgoland und sprachen mit mir über das Projekt und den aktuellen Fortschritt. Einige Beiträge kann man sich online anhören/anschauen, der Großteil wird jedoch erst im Laufe des Jahres oder zu Beginn des nächsten Jahres ausgestrahlt. Eine Übersicht der Öffentlichkeitsarbeit in diesem Jahr findet Ihr/Sie in der entsprechenden Rubrik hier auf der Webseite.

Foto: Janine Brauneis

 Update Juli 2019: Erste Druckmaterialien erstellt

Durch die Drittmittelförderung der Deutschen Postcode Lotterie war es uns möglich eine Grafikerin zu beauftragen, um für das Projekt Flyer, Broschüren, Plakate sowie ein Logo zu entwerfen und zu drucken. Zusätzlich gibt es noch einen Projekt-Jutebeutel. Alle Artikel erhalten Sie direkt auf Helgoland in unserer Hummerbude 35 am Binnenhafen.
Ich danke der Deutschen Postcode Lotterie recht herzlich für die Unterstützung, ebenso wie unserer Grafikern für die herausragende Arbeit der Druckmaterialien. Verbreitet den Link und helft uns, das Projekt noch ein wenig Öffentlicher zu machen. Vielen Dank!
Hier kann man sich einen Ausschnitt des Flyers online anschauen.

Update Juni 2019: Spendenlauf der James-Krüss-Schule: Danke Schön !!

Letzten Freitag gab es bei einem sehr leckeren, und mit viel Liebe durch die Schüler zubereitetem Frühstück in der James-Krüss-Schule die feierliche Scheckübergabe der erlaufenen Spenden. Dabei kam die unglaubliche Summe von 4000 € zusammen, die die Schüler dem Verein Jordsand und im Detail dem Basstölpel-Projekt zukommen lassen. Ich bin sehr dankbar und hoffe, ihr macht auch in den kommenden Jahren noch viele wunderbare und nachhaltige Projekte in der Schule! Das Geld werde ich in GPS-Sender investieren um den Plastikeintrag zu untersuchen (siehe Kapitel VI). Zusammen mit den Schülern werden dann Teile der Auswertung durchgeführt, um einen Einblick in die Wissenschaft und den sensiblen Umgang mit so einem wichtigen Thema wie Umweltverschmutzung und Naturschutz zu geben!
Ich freue mich sehr und wünsche allen Schülern noch viele weitere nachhaltige Ideen und hoffe, mit Euch noch viel Spaß mit dem Basstölpel-Projekt zu haben. Danke!

Update Juni 2019: Lummensprung

Jedes Jahr im Juni kann man in der Helgoländer Seevogelkolonie ein einmaliges Schauspiel bewundern: Den Lummensprung. Die noch flugunfähigen jungen Lummen springen dann in der Dämmerung bis in Nacht hinein aus dem Felsen ins Wasser und werden dann bis sie ausgewachsen sind von den Alttieren auf dem Wasser versorgt. Wie jedes Jahr ging die Vogelwarte Helgoland zusammen mit dem Verein Jordsand und vielen ehrenamtlichen Helfern des Vereins auch dieses Jahr wieder unter die Westklippe und den Lummenfelsen um den Tieren die es nicht ins Wasser schaffen dabei zu helfen zu ihren Eltern zu gelangen. Dabei fingen wir dieses Jahr bisher (30. Juni) eine Rekordanzahl von über 500 Jungtieren (Rekord bisher 405). Ein hervorragendes Jahr für die Trottellumme und ein sehr positives Erlebnis wenn man sich die Auswirkungen der Plastikverschmutzung anschaut! Leider verstrickten sich auch ein paar junge Lummen, es war jedoch eine überschaubare Anzahl! Ein sehr stressiger und schöner Monat ist somit zu Ende gegangen. Nun sind die Lummen erst mal eine Zeit lang "sicher" vor Verstrickung im Felsen.

Update Juni 2019: Zwischenbilanz Verstrickung 1. Halbjahr

Jede positive Entwicklung wie der sehr erfolgreiche Lummensprung im Jahr 2019, hat wohl auch eine Schattenseite: Noch sind die Zahlen nicht final ausgewertet aber die Opfer durch die Plastikverschmutzung im Felsen, und hier v. a. die Trottellummen, sind wohl deutlich höher als bisher angenommen. Ich konnte das doppelte bis dreifache an Verstrickungsopfern im ersten Halbjahr erfassen, als man bisher angenommen hat. Die Basstölpel sind dabei erwartungsgemäß deutlich weniger betroffen als die Trottellummen. Die sensible Zeit für die Basstölpel beginnt jedoch erst jetzt, wenn man sieht, wie viele Jungtiere sich im Nest verheddert haben und nie losfliegen werden. Um mich zu unterstützen bitte ich weiterhin herzlichst um die Zusendung von Bildern verstrickter Individuen im Felsen, da ich bestimmt auch mal ein Individuum übersehe!

Update Juni 2019: Test einer Wildkamera II

Wie im letzten Update beschrieben installierte ich eine Wildkamera in der Kolonie (siehe Bild). Nach ca. 3 Wochen holten wir dir Kamera wieder aus dem Felsen. Die Basstölpel reagierten in feinster Weise auf die Kamera und somit kann der Test als bestanden gelten! Nächstes Jahr werde ich dann Dank den vielen helfenden Spendern (Betterplace-Spendenaktion) mindestens 3 Wildkameras an ausgewählten Nestern installieren und die Tiere der Nester in Kooperation mit dem FTZ gleichzeitig besendern um Rückschlüsse auf das Sammelverhalten von künstlichem Nistmaterial (siehe Kapitel IV) ziehen zu können. Ich bin gespannt und im Juli geht es an die Auswertung des Bildmaterials!

Update Mai 2019: Test einer Wildkamera I

Um letztendlich zu bestimmen, in welcher Phase des Nestbaus die Basstölpel Plastik in ihre Nester einbringen und ob sie dieses künstliche Material als Ersatz für primäres Nistmaterial (Großalgen) oder sekundäres Nistmaterial (u. a. Gras) nutzen, möchte ich 2020 gezielt ausgewählte Nester mit Wildkameras beobachten und die dazugehörigen Alttiere mit GPS-Sendern ausstatten (Kapitel IV). Letzte Woche besenderten das FTZ zusammen mit der Vogelwarte und mir Basstölpel (weiterführende Infos Besenderung). Im gleichen Zuge installierten wir eine Wildkamera. Die Tiere stören sich an dem "Kasten" nicht, welcher auf der Nordplattform Richtung Lange Anna in der Kolonie zu finden ist. Gute Bedingungen für die Arbeiten im nächsten Jahr!

Update Mai 2019: Datenerfassung Scoring-System

Für die Entwicklung des Scoring-Systems ist nun die beste Zeit, entsprechende Fotos zu machen/bekommen. In vielen Seevogelkolonien an Nord- und Ostseeküste werden aktuell die Kolonien kartiert. Auch auf Helgoland haben die Vogelwarte und ich letzte Woche die Heringsmöwenkolonien auf der Düne gezählt. Glücklicherweise konnte bis jetzt noch kein Plastik in den Nestern entdeckt werden! Neben Bildern "unserer" Seevogelnester werde ich in den nächsten Wochen noch Nestfotos diverser Seeschwalben- und Möwenarten sowie von Kormoranen bekommen. Ich bin gespannt!


Update Mai 2019: Spendenlauf der James-Krüss-Schule Helgoland

Im Rahmen des Schulfestes der James-Krüss-Schule Helgoland unter dem Motto "Alle in einem Boot" gab es in diesem Jahr einen Sponsorenlauf. Eingeladen war jeder, an dem Lauf teilzunehmen. Man konnte sich pro Runde (401m) "sponsorn" lassen. Die Einnahmen des Sponsorenlaufs gehen z. T. an den Verein Jordsand e. V. und hier im Detail an das Forschungsprojekt zur Müllproblematik am Lummenfelsen. Auch auf diesem Wege vielen herzlichen Dank an die Initiative der Schüler, sich gegen die steigende Plastikverschmutzung einzusetzen!

Update Mai 2019: Brutgeschäft am Lummenfelsen

Inzwischen sind alle Arten fast vollständig angekommen und mitten im Brutgeschäft. Eier bei Trottellummen sind keine Seltenheit mehr, und auch die Basstölpel sind schon kräftig am Brüten. Ein Besuch des Lummenfelsens ist aktuell ein faszinierendes und besonderes Erlebnis. Aktuelle Informationen zum Lummenfelsen erhalten Sie/Ihr immer von 13 bis 15 (außer montags) an der Lummeninfo des Verein Jordsand. Vertiefte Informationen kann man seit Mai auch wieder bei einer Lummenführung erhalten. Diese wird vom Verein Jordsand täglich außer montags um 17 Uhr angeboten!

Update Mai 2019: Webseite und Feldarbeit

Die Webseite geht online! Die Feldarbeit läuft nach Zeitplan. Aktuell ist ein wichtiger Teil neben der Erfassung verstrickter Tiere, den Eintrag von künstlichem Nistmaterial in ausgewählten Nestern zu beobachten und zu dokumentieren um im Jahr 2020 gezielt ausgewählte Basstölpel in der primären Nestbauphase zu besendern um hoffentlich Daten zu den Orten zu bekommen, wo künstliches Nistmaterial gesammelt wird!
Zusätzlich schreitet die chemische Analyse des künstlichen Materials immer schneller voran und die ersten vorbereiteten Fasern wurden testweise im Labor untersucht!

Update April 2019: Spendenaktion auf Betterplace!

Im zweiten Halbjahr 2019 begann ich mit der Spendenaktion für das Basstölpelprojekt auf betterplace.org. Jeder, der sich für das Thema oder die Problematik interessiert, konnte sich dort beteiligen. Das dort gesammelte Geld wird nun für die chemische Analyse und die Feldarbeit am Felsen genutzt und die Aktion läuft für die nächsten Jahre ebenfalls noch weiter. Insgesamt sind dort schon über 7000,00 Euro zusammen gekommen. Ich Danke Ihnen/Euch auch auf diesem Wege ganz herzlich für die Unterstützung!

Update Februar 2019: Winterverstrickung 2018/19

Offiziell startete das Projekt im Januar 2019. Schon im Winter 2018/19 testete ich die Feldarbeit am Felsen aus, in dem ich in regelmäßigen Abständen nach verstrickten Tieren in ausgewählten Bereichen schaute. Das System und die Testflächen sind inzwischen ausgearbeitet und die Verstrickung wird nun kontinuierlich über mind. zwei Jahre erfasst.

Update Februar 2019: Anwesenheit von Trottellummen im Winter 2018/19

Im Winter 2018/19 erfasste ich, gemeinsam mit der Vogelwarte Helgoland, täglich die Anwesenheit von Trottellummen über die Wintermonate. Durch diese Erfassungen möchten wir testen, welche Wind- bzw. Wetterbedingungen dazu führen, dass sehr viele Trottellummen auch im Winter anwesend sind. Die Daten warten nun auf Auswertung, wir konnten aber teilweise sehr hohe Ansammlungen von Lummen auch im Winter erfassen!

Update Januar 2019: Projektstart

Die Forschungsarbeit zum Thema "Seevögel und Plastikmüll" in Kooperation mit dem AWI, dem FTZ, der Vogelwarte Helgoland, dem Verein Jordsand und der Gemeinde Helgoland startet am 1. Januar 2019. Laufzeit des Projekts sind vier Jahre bis 31. Dezember 2022.